Wenn du Windows-Lizenzen bisher per Skript verwaltest, kennst du slmgr.vbs auswendig – Aktivierung setzen, Karenzzeit verlängern, Statusabfrage, alles über eine VBScript-Datei, die seit Ewigkeiten in jedem Windows steckt. Genau diese Datei hat jetzt ein Ablaufdatum, weil Microsoft die zugrunde liegende Skriptsprache aus dem Betriebssystem entfernt.
- Microsoft hat VBScript bereits 2024 aus Sicherheitsgründen als veraltet erklärt –
slmgr.vbshängt technisch daran und ist damit indirekt mitbetroffen. - Der Ersatz heißt OSLicense: ein PowerShell-Modul mit elf Cmdlets für Windows-Aktivierung, das laut Wolfgang Sommergut in Windows 11 25H2 enthalten sein soll – mehrere Leser fanden es nach dem Preview-Update KB5120998 aber noch nicht.
- Windows Server bekommt das Modul erst mit dem nächsten Major-Release, vermutlich 2028 – bis dahin bleibt dort nur
slmgr.vbs. - Ein festes Abschaltdatum für VBScript gibt es noch nicht. Ab Phase 2, mutmaßlich ab Windows 11 27H2, ist VBScript nur noch als optionales Feature (FOD) verfügbar, nicht mehr standardmäßig aktiv.
Was slmgr.vbs bisher erledigt
slmgr.vbs ist das in Windows eingebaute Skript, mit dem sich die Softwarelizenzierung und Aktivierung über die Kommandozeile steuern lässt – Produktschlüssel setzen, Aktivierungsstatus prüfen, die Karenzzeit für die Aktivierung verlängern, Aktivierungsprobleme beheben. Für Endanwender, die Windows über die Einstellungen-Seite mit einem Produktschlüssel aktivieren, ändert sich durch den Wandel nichts. Betroffen sind Admins, die Aktivierung in Setup-Skripten, Provisionierungs-Tools oder Wartungsroutinen automatisiert haben, etwa beim Aufsetzen eines Windows-VPS.
Warum ausgerechnet VBScript verschwindet
Microsoft hatte die Abkündigung von VBScript bereits im Mai 2024 im Techcommunity-Beitrag "VBScript deprecation: Timelines and next steps" angekündigt, aus Sicherheitsgründen. Der Zeitplan läuft in Phasen: Ab Phase 2 – nach aktueller Einschätzung ab 2027, mutmaßlich mit Windows 11 27H2 – wird VBScript nicht mehr standardmäßig aktiviert sein, sondern nur noch als Feature on Demand nachinstallierbar. Ein konkretes Enddatum, ab dem VBScript komplett verschwindet, hat Microsoft bislang nicht genannt.
"Nachdem VBScript schon länger als 'deprecated' gilt und in absehbarer Zeit aus dem OS entfernt wird, sollten Admins slmgr.vbs allmählich ausmustern." – Wolfgang Sommergut
OSLicense: elf Cmdlets als Ersatz
Microsoft ersetzt das VBScript durch das PowerShell-Modul OSLicense mit elf Cmdlets, die die gängigen Aktivierungsaufgaben von slmgr.vbs abdecken. Laut einer Microsoft-Quelle ist Invoke-OSLicense im Windows Server vNext Preview Build 29651 sowie im Sicherheitsupdate 2026-09 für Windows 11 (KB5124008) verfügbar. Wolfgang Sommergut wiederum verortet die Verfügbarkeit bereits im Preview-Update KB5120998 für Windows 11 24H2/25H2 vom 27. August 2026 – mehrere Leser in den Kommentaren zu diesem Thema berichten allerdings, das Modul auf gepatchten 25H2-Systemen nicht zu finden, und auch Microsofts eigene Dokumentation zum Modul vermerkt an einer Stelle ausdrücklich, welches konkrete Update dafür nötig ist, sei noch nicht bestätigt. Die Cmdlets selbst hat Microsoft in einem separaten Support-Beitrag für Windows Server 2025 dokumentiert.
| Merkmal | slmgr.vbs | OSLicense |
|---|---|---|
| Technologie | VBScript | PowerShell-Modul, 11 Cmdlets |
| Status | etabliert, aber technisch abgekündigt | neu, Rollout noch uneinheitlich |
| Windows 11 | läuft weiterhin | laut Ankündigung ab 25H2 / KB5124008 |
| Windows Server | läuft weiterhin | erst mit nächstem Major-Release, vermutlich 2028 |
slmgr.vbs also noch deutlich länger einplanen als auf Windows-11-Clients.Was du jetzt tun solltest
- Bestand aufnehmen. Durchsuche Setup-Skripte, Provisionierungs-Tools und Wartungsaufgaben nach Aufrufen von
slmgr.vbs.Get-ChildItem -Path C:\Scripts -Recurse -Include *.ps1,*.bat,*.cmd | Select-String -Pattern "slmgr" - Prüfen, ob OSLicense schon da ist. Bevor du etwas umschreibst, verifiziere, ob das Modul auf dem jeweiligen System überhaupt existiert.
Get-Module -ListAvailable -Name OSLicense - Parallelbetrieb einplanen. Solange kein festes Abschaltdatum für VBScript feststeht, ersetzt du
slmgr.vbs-Aufrufe schrittweise durch OSLicense-Cmdlets, statt alles auf einmal umzustellen. - Windows Server separat behandeln. Für Server-Rollen bleibt
slmgr.vbsvorerst alternativlos – plane hier keine Migration, bevor Microsoft das Modul dort tatsächlich liefert. - Auf einem Testsystem ausprobieren, bevor du Produktionsskripte änderst – etwa auf einem separaten Windows-VPS, den du dafür kurzfristig aufsetzt.
- PowerShell-Cmdlets lassen sich sauberer in bestehende PowerShell-Automatisierung einbinden als ein VBScript-Aufruf.
- Der Wechsel ist Teil eines größeren Aufräumens veralteter Windows-Komponenten – parallel verschwindet mit dem Update KB5124008 auch das ebenfalls abgekündigte WMIC.
- Windows Server bekommt das Modul erst Jahre später – wer beide Welten pflegt, braucht vorerst zwei Wege.
- Die Berichte zur tatsächlichen Verfügbarkeit widersprechen sich derzeit noch, ein verlässlicher Rollout-Termin fehlt.
- Ein Enddatum für VBScript selbst ist weiterhin nicht bekannt – Planungssicherheit sieht anders aus.
Woran du merkst, dass die Umstellung bei dir ansteht
Solange dein slmgr.vbs-Aufruf noch anstandslos durchläuft, musst du nichts überstürzen. Erst wenn VBScript auf einem System nicht mehr standardmäßig aktiv ist – erkennbar daran, dass Skriptaufrufe mit einem Fehler statt einer Statusausgabe enden – wird die Migration akut. Bis dahin reicht es, den Cmdlet-Bestand von OSLicense im Blick zu behalten und Testsysteme frühzeitig zu prüfen, statt am Tag der Abschaltung überrascht zu werden.
Für alle, die neue Windows-Systeme aufsetzen, gilt ohnehin: Wer heute über unsere Rootserver-Bestellung ein System mit aktuellem Windows aufsetzt, aktiviert in der Regel ganz normal über die Einstellungen mit Produktschlüssel – von der ganzen Debatte um slmgr.vbs merkt man dort nichts. Relevant wird es erst, sobald Aktivierung Teil eines automatisierten Setup- oder Wartungsprozesses ist.