Preiserhöhungen liest niemand gern – und wir schreiben sie noch weniger gern. Deshalb bekommst du hier nicht den üblichen Einzeiler „aufgrund gestiegener Kosten", sondern die komplette Herleitung: was genau passiert ist, warum ausgerechnet jetzt, warum es manche Pakete stärker trifft als andere, und ganz bewusst auch, was sich nicht verteuert hat und deshalb auch nicht bei dir landet. Konkret passen wir zum 1. August 2026 die Preise einiger älterer Rootserver-Aktionspakete an – vor allem der größeren mit viel RAM. Die Anpassung gilt ausschließlich für Verlängerungen, dein bereits bezahlter Zeitraum bleibt vollständig unberührt, kein Paket steigt um mehr als 35 %, und die kleineren 16-GB-Pakete, die wir erst kürzlich angepasst haben, bleiben unverändert. Wenn du nach dem Lesen findest, wir übertreiben, dann schreib uns ein Ticket – wir meinen das ernst mit der Transparenz.
Der eigentliche Grund: alles, was wir brauchen, ist gleichzeitig knapp geworden
Diese Anpassung hat nicht die eine Ursache, sondern eine unangenehme Gleichzeitigkeit: Fast alles, was wir brauchen, um deinen Server zu betreiben und instand zu halten, ist seit Herbst 2025 knapp, schwer beschaffbar oder drastisch teurer geworden – RAM, NVMe-Storage und IPv4 zugleich. Beim RAM trifft es uns direkt, weil unsere Plattform auf DDR4 läuft: Die Speicherhersteller fahren die DDR4-Produktion zugunsten von HBM und neuerer Speicher für den KI-Sektor zurück, bis hin zur Abkündigung. Genau unser RAM-Typ wird damit nicht nur teurer, sondern zunehmend gar nicht mehr regulär lieferbar, während die Nachfrage aus dem riesigen Bestandsmarkt ungebrochen weiterläuft. Die Modulpreise haben sich je nach Typ und Zeitpunkt mehr als verdreifacht, in Spitzen um ein Vielfaches – in der Szene heißt das längst „RAMpocalypse". Für uns als Hoster ist das der wunde Punkt, denn RAM ist kein Nebenposten, sondern die zentrale, teuerste Ressource jedes Servers, und ein Paket mit 26 oder 48 GB bindet physisch genau das, was knapp geworden ist. Deshalb ist unsere Anpassung auch kein pauschaler Rundumschlag, sondern folgt der Ressource: Bei den großen, RAM-schweren Aktionsservern schlägt sie durch, bei einem kleinen 4-GB-Paket kaum.
Beim NVMe-Storage ist es dieselbe Geschichte in noch drastischeren Zahlen. Großvolumige Enterprise-NVMe sind knapp und im Preis regelrecht explodiert: Eine 15-TB-Enterprise-NVMe, die wir 2025 noch für rund 1,4 bis 1,8k € beschafft haben, kostet im Austausch inzwischen 6 bis 7k € – also das Drei- bis Vierfache, bei gleichzeitig deutlich schlechterer Verfügbarkeit. Und da NVMe-SSDs im Dauerbetrieb verschleißen und regelmäßig getauscht werden müssen, trifft uns dieser Preissprung nicht einmalig, sondern laufend, Monat für Monat.
Der dritte, oft unterschätzte Block ist IPv4 – und der ist inzwischen ein eigenes Thema. IPv4 ist global schlicht aufgebraucht: Die RIRs haben keine freien Blöcke mehr, wer Adressen braucht, mietet oder kauft sie am Zweitmarkt zu Preisen, die über die Jahre kräftig gestiegen sind, und große Anbieter reichen das längst als eigenen Posten weiter – von 0,50 € bis über 1,70 € pro Adresse und Monat, ein sehr großer US-Hyperscaler umgerechnet über 3 €. Jede einzelne IPv4, die in deinem Server steckt, ist also ein realer, knapper und wachsender Kostenblock. Wir tragen diese Kosten weiterhin selbst und bündeln deine IPv4 nach wie vor ohne Aufpreis – aber sie sind Teil des Bildes, das die Rechnung eng macht.
Der naheliegende Einwand lautet: „Ihr habt RAM, NVMe und IPs doch längst." Für das, was heute in den Nodes steckt, stimmt das auch – nur ist das nicht der Punkt. Knapp und teuer wird es beim Nachschub: Ausfälle müssen zu heutigen Preisen ersetzt werden (siehe die NVMe oben), die Auslastung von RAM und Storage steigt weiter, obwohl über die Zeit Maschinen auslaufen, wir müssen also Kapazität hinzufügen – in einen Markt hinein, in dem es keine günstige Kapazität mehr zu kaufen gibt. Und normalerweise würden wir diesen Druck über neue Aktionen auf frischer Hardware abfangen und die alten Deals auslaufen lassen; nur lässt sich mangels bezahlbarer, verfügbarer Hardware aktuell keine neue Aktion auflegen, also fällt auch dieses Ventil weg. Unterm Strich ist es eine Frage aus Ersatzbeschaffung, Verknappung und Cashflow – nicht „die Bauteile in deiner VM sind im Wert gestiegen".
Was wir bewusst nicht weitergeben – und wie der Markt gerade steht
Ehrlichkeit heißt auch zu sagen, was sich nicht verteuert hat, denn genau das landet auch nicht bei dir: Der Industriestrompreis in Deutschland lag 2024 im Schnitt deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 und teils sogar unter dem Stand vor der Energiekrise, und die Kosten für IP-Transit sinken seit Jahren kontinuierlich. Wir hätten die Erhöhung also bequem mit einem pauschalen „alles wird teurer" begründen können – das wäre nur nicht ehrlich gewesen. Teuer und knapp geworden sind RAM, NVMe und IPv4, und genau daran orientiert sich die Anpassung, gezielt bei den Paketen, die davon viel enthalten.
Zur Einordnung der Größenordnung lohnt der Blick auf den Markt, denn fast alle großen Anbieter erhöhen 2026, meist stärker als wir und oft ohne jede Rücksicht auf Bestandskunden: Ein sehr großer deutscher Anbieter hebt zum April 2026 seine Cloud- und Serverpreise um rund 30 bis 37 % an, ausdrücklich auch für laufende Bestandsprodukte ohne Bestandsschutz, ein weiterer bekannter deutscher Anbieter erhöht bestehende Verträge um gut 18 % und Neubestellungen um über 24 %, und ein großer europäischer Cloud-Anbieter legt im Schnitt 9 bis 11 % drauf. Wir hätten früher reagieren können und haben es bewusst nicht getan, sondern die gestiegenen Kosten zunächst selbst getragen, in der Hoffnung auf Entspannung – doch die Knappheit hält an, und Hardware muss laufend zu neuen Preisen ersetzt werden. Irgendwann ginge „einfach weiter schlucken" nur noch auf Kosten der Servicequalität, und genau das wollen wir vermeiden. Unsere Anpassung bleibt deutlich unter dem, was der Markt gerade macht, trifft ausschließlich Verlängerungen und lässt dich selbst danach vertragsfrei, prepaid und in aller Regel günstiger als die Genannten dastehen – ein 26-GB-Rootserver für 13,49 € im Monat ganz ohne Vertragsbindung ist auch nach der Änderung ein sehr fairer Preis.
Was sich konkret ändert – und was nicht
Betroffen sind ältere Rootserver-Aktionspakete, vor allem die größeren ab 26 GB RAM sowie einzelne ältere Aktionen mit 20 bis 24 GB. Die Anpassung greift zum 1. August 2026 und ausschließlich bei der nächsten Verlängerung, dein bereits bezahlter Zeitraum läuft unverändert weiter, und kein Paket steigt um mehr als 35 %:
- 26 GB / 6 vCores / 300 GB NVMe: von 8,99 € auf 11,99 € (bzw. von 9,99 € auf 13,49 €)
- 20–24 GB: von 9,49 € auf 12,49 €
- 36 GB / 8 vCores: von 14,99 € auf 18,49 €
- 48 GB / 10–12 vCores: von 19,99 € auf 23,49 €
Die kleineren 16-GB-Aktionspakete, die wir erst kürzlich angepasst haben, bleiben unverändert. Für dich ändert sich sonst nichts: Leistung, Spezifikationen und Standort deines Servers bleiben exakt gleich, bezahlt wird weiterhin per PayPal, Paysafecard und den gewohnten Methoden, und Prepaid bleibt Prepaid – keine Vertragslaufzeit, keine Kündigungsfrist, keine versteckten Kosten, du zahlst nur, solange du willst.
Was du jetzt tun kannst
Am einfachsten: nichts. Dein Server läuft normal weiter, der neue Preis greift ab der ersten Verlängerung ab dem 1. August, achte also nur darauf, dass dein Guthaben dafür ausreicht. Wer möchte, kann alternativ auf jährliche Vorauszahlung wechseln, dabei sparen und sich seinen Preis für den vorausbezahlten Zeitraum sichern – melde dich dazu einfach per Ticket. Und falls du mit der Änderung nicht einverstanden bist, ist auch das völlig in Ordnung: Als Prepaid-Kunde bist du an nichts gebunden, du kannst deinen Server einfach vor dem 1. August auslaufen lassen oder nicht verlängern, ohne dass dir weitere Kosten entstehen. Wir wissen, dass eine Preiserhöhung nie ein schöner Anlass ist – danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Hintergründe zu lesen, und danke für dein Vertrauen. Bei Fragen sind wir jederzeit für dich da, eröffne einfach ein Ticket in deinem Kundenbereich.
Dein Prepaid-Host-Team